Aktueller Call: Gewalt. Diesseits oder jenseits der Grenze des Demokratischen?

Die Frage nach der Notwendigkeit und Nützlichkeit von gewalttätigem Widerstand gegen antidemokratische Kräfte gewinnt durch das Erstarken des Rechtspopulismus in westlichen Demokratien neue Aktualität und Dringlichkeit. Gewalt ist deshalb so problematisch, weil sie jenseits der Grenze regulärer demokratischer Aushandlung liegt. Aus der Perspektive mancher Aktivist_innen ist die temporäre Überschreitung dieser Grenze hin zur antidemokratischen Gewalt 

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Zwischen Repräsentation und (Real-) Präsenz. Populistische Intervalle und demokratische Temporalstrukturen aus politiktheoretischer Perspektive

Mareike Gebhardt Stipendiatin der Förderlinie Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre; Lehrbeauftragte am Institut für Soziologie, beides: FAU Erlangen-Nürnberg Beitrag als pdf Abstract The paper discusses the two classical spatiotemporal regimes of democracy: the bodily co-presence of the republican polity in direct forms of democracy on the one hand, and the representative mode of 

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Ever more complex, uncertain and urging? ›Wicked problems‹ from the perspective of anti- naturalist conceptualizations of time

Dr. Marlon Barbehön Universität Heidelberg, Institut für Politische Wissenschaft Beitrag als pdf Abstract In recent years, ›wicked problems‹ have gained widespread attention both in academic and political discourses. The term is typically used to describe constellations in which long-term strategies are needed in order to cope with complex cause-and-effect-relationships, time is pressing due to self-enforcing 

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Die Zerbrechlichkeit der Realität – Luc Boltanski im Gespräch mit Juliette Rennes und Simon Susen

Beitrag als PDF Übersetzung Christian Scheper* Luc Boltanski ist Soziologe und Directeur d’études am École des Hautes Études en Sciences Sociales. Er ist 1940 geboren und hat 15 Bücher geschrieben, die auf diversen Feldstudien basieren und disziplinäre Grenzen überschreiten: Pflege, Reproduktion, Abtreibung, die Arbeitswelt der Führungskräfte [cadres], humanitäre Fragen und Management – um nur einige 

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CfP: Politik und Wahrheit. Kommunikation, Wissenschaft und Herrschaft im Informationszeitalter

Ob Lügenpresse, Fake News oder alternative Fakten – von allen Seiten wird der Anspruch auf Wahrheit in der politischen Auseinandersetzung in Anschlag gebracht. Für die kommende Ausgabe der Zeitschrift diskurs werden Beiträge erbeten, die sich empirisch oder theoretisch mit dieser Thematik im Spannungsverhältnis von Politik und Wahrheit beschäftigen.

Praxistheorien und Normenforschung in den Internationalen Beziehungen – Zum Beitrag der pragmatischen Soziologie

Max Lesch, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) Beitrag als PDF Abstract The introduction of practice theories into International Relations (IR) promises new pathways to the study of world politics. This paper discusses how praxeological approaches can inform current debates in IR norm research. It introduces three specific approaches from the family of practice 

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Eine Soziologie der Kritik in pragmatistischer Perspektive. Bénédicte Zimmermann über die Fähigkeit zur Kritik (Nikola Tietze)

Bénédicte Zimmermann entwickelt in ihren Arbeiten eine soziologisch- pragmatistische Perspektive auf die Praxis der Kritik. In Anlehnung an den philosophischen Pragmatismus John Deweys und an den capability-Ansatz von Martha Nussbaum und Amartya Sen richtet sie den Fokus auf die Beziehungen sowie Interdependenzen zwischen der Praxis der Kritik und gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen und lotet die Fähigkeit der Individuen wie Kollektive aus, Kritik zu äußern (Zimmermann 2006, 2008). In dieser Hinsicht geht sie über den Ansatz der pragmatischen Soziologie der Kritik im Sinne Luc Boltanskis, Laurent Thévenots und Ève Chiapellos hinaus.

Die neosoziale Regierung des Protests: Präventionismus, Aktivierung und das Ende der Kritik (Peter Ullrich)

Der Neoliberalismus, oder besser die „neosozialen“ (Lessenich 2008) gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen der sozialdemokratisch geprägte, fordistische Fürsorgestaat durch den präventiven Sicherheitsstaat abgelöst wurde, unterminieren eine wesentliche Voraussetzung sozialer Bewegungen – den Willen und die Fähigkeit, Sozialkritik an die Gesellschaft zu adressieren. Denn der Neosozialstaat ist auf die Produktion von Subjekte aus, deren individualisiertes Streben eher auf individualisierende Selbstoptimierung zielt, denn auf politische Kollektivität und Kritik.