Praxistheorien und Normen-forschung in den Internationalen Beziehungen – Zum Beitrag der pragmatischen Soziologie

Max Lesch, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) Beitrag als PDF Abstract The introduction of practice theories into International Relations (IR) promises new pathways to the study of world politics. This paper discusses how praxeological approaches can inform current debates in IR norm research. It introduces three specific approaches from the family of practice 

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Eine Soziologie der Kritik in pragmatistischer Perspektive. Bénédicte Zimmermann über die Fähigkeit zur Kritik (Nikola Tietze)

Bénédicte Zimmermann entwickelt in ihren Arbeiten eine soziologisch- pragmatistische Perspektive auf die Praxis der Kritik. In Anlehnung an den philosophischen Pragmatismus John Deweys und an den capability-Ansatz von Martha Nussbaum und Amartya Sen richtet sie den Fokus auf die Beziehungen sowie Interdependenzen zwischen der Praxis der Kritik und gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen und lotet die Fähigkeit der Individuen wie Kollektive aus, Kritik zu äußern (Zimmermann 2006, 2008). In dieser Hinsicht geht sie über den Ansatz der pragmatischen Soziologie der Kritik im Sinne Luc Boltanskis, Laurent Thévenots und Ève Chiapellos hinaus.

Die neosoziale Regierung des Protests: Präventionismus, Aktivierung und das Ende der Kritik (Peter Ullrich)

Der Neoliberalismus, oder besser die „neosozialen“ (Lessenich 2008) gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen der sozialdemokratisch geprägte, fordistische Fürsorgestaat durch den präventiven Sicherheitsstaat abgelöst wurde, unterminieren eine wesentliche Voraussetzung sozialer Bewegungen – den Willen und die Fähigkeit, Sozialkritik an die Gesellschaft zu adressieren. Denn der Neosozialstaat ist auf die Produktion von Subjekte aus, deren individualisiertes Streben eher auf individualisierende Selbstoptimierung zielt, denn auf politische Kollektivität und Kritik.

Die Hegemonietheorie als nützliches Instrument für die demokratische Praxis.

Der Beitrag richtet sich gegen die Kritik, die Hegemonietheorie von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau leide unter einem normativen Defizit. Es soll gezeigt werden, dass dieser Verdacht durch die implizite Vorannahme begründet ist, die normativen Grundlagen für das Projekt der radikalen Demokratie müssten selber aus der dekonstruktivistischen Hegemonietheorie entwickelt werden. An Hand einer Auseinandersetzung mit Mouffes Texten zur Demokratie- und Pluralismustheorie soll expliziert werden, warum diese Vorannahme von Mouffe zurückgewiesen wird.

Theoretische Reflexion und politische Praxis als Dialektik von Aufstand und Verfassung.

Das Ziel dieses Aufsatzes besteht sowohl in der Rekonstruktion von Balibars komplexem Verständnis der Französischen Revolution und des durch sie ermöglichten politischen Prozesses der Dialektik von Aufstand und Verfassung als auch in der Darlegung von Balibars eigenem Beitrag innerhalb dieser Dialektik.

Entpolitisierte Abstinenz oder politische Partizipation qua Konsum?

Ein Desiderat zur Erforschung politischen Engagements im Neoliberalismus Harald Strauß, Hochschule für Technik Stuttgart, Studiengang KlimaEngineering Beitrag als pdf What is the voter‘s attitude towards the neoliberalist impregnation of the leading political parties in Germany? The question of the preconditions of active political involvement and participation overlaps with sovereignty itself, in the sense of empowerment 

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CfP: Praxis der Kritik. Luc Boltanskis Soziologie der Kritik und die politische Praxis.

Die kommende Ausgabe der Zeitschrift diskurs widmet sich der Praxis der Kritik aus der Perspektive von Boltanskis Soziologie der Kritik. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass die Soziologie der Kritik wertvolle Beiträge zu einem tieferen Verständnis politischer Phänomene beitragen kann, jedoch bislang im Fachdiskurs zu wenig Beachtung bzw. Anwendung findet.