Eine Soziologie der Kritik in pragmatistischer Perspektive. Bénédicte Zimmermann über die Fähigkeit zur Kritik (Nikola Tietze)

Bénédicte Zimmermann entwickelt in ihren Arbeiten eine soziologisch- pragmatistische Perspektive auf die Praxis der Kritik. In Anlehnung an den philosophischen Pragmatismus John Deweys und an den capability-Ansatz von Martha Nussbaum und Amartya Sen richtet sie den Fokus auf die Beziehungen sowie Interdependenzen zwischen der Praxis der Kritik und gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen und lotet die Fähigkeit der Individuen wie Kollektive aus, Kritik zu äußern (Zimmermann 2006, 2008). In dieser Hinsicht geht sie über den Ansatz der pragmatischen Soziologie der Kritik im Sinne Luc Boltanskis, Laurent Thévenots und Ève Chiapellos hinaus.

Demokratie und Governance [Gelesen]

Der Begriff der Governance ist nicht nur, aber insbesondere in der Politikwissenschaft weit verbreitet und wird auf die verschiedensten Zusammenhänge und Thematiken angewendet. Dabei gibt es weder eine einheitliche Bedeutungszuweisung für diesen Begriff, noch ist klar, in welchen Kontexten er genau zu verwenden ist. Good Governance und Global Governance oder – bezogen auf den europäischen Zusammenhang – Multi-Level-Governance sind die wohl bekanntesten Beispiele der vielfältigen Neologismen, die sich unter dem Label Governance entwickelt haben.

Auf ins Gefecht Bourdieu-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung

„La sociologie est un sport de combat“ – „Soziologie ist ein Kampfsport“, so lautete der Titel eines 2001 veröffentlichten Dokumentarfilms von Pierre Carles über den französischen Soziologen und öffentlichen Intellektuellen Pierre Bourdieu. Bourdieu, der gut ein Jahr nach der Veröffentlichung des Films am 23. Januar 2002 viel zu früh verstorben ist, wird hier filmisch in der ganzen Bandbreite seiner Tätigkeit porträtiert.

Zur Aktualität der Klassenfrage

Der im Jahr 2010 erschienene und bereits 2011 in zweiter Auflage veröffentlichte Sammelband Klassen im Postfordismus ist der jüngste Beitrag zu einem Thema mit langer Tradition, das im heutigen universitären Lehrbetrieb und auch sonstigen akademischen Diskussionen und Zusammenhängen ein eher kümmerliches Dasein fristet, auch wenn seit einigen Jahren ein stärkeres Interesse und größere Aufmerksamkeit insbesondere aus dem linken Spektrum an den Fragen von Klasse und Klassenanalyse beobachtet werden kann. Der Band stellt den ambitionierten Versuch dar, die Kategorie der Klasse für die Analyse der heutigen politischen und sozialen Verhältnisse fruchtbar zu machen und sich hierbei aber von bisherigen Publikationen grundsätzlich abzuheben und deren theoretische Schwächen zu überwinden.