Eine Soziologie der Kritik in pragmatistischer Perspektive. Bénédicte Zimmermann über die Fähigkeit zur Kritik (Nikola Tietze)

Bénédicte Zimmermann entwickelt in ihren Arbeiten eine soziologisch- pragmatistische Perspektive auf die Praxis der Kritik. In Anlehnung an den philosophischen Pragmatismus John Deweys und an den capability-Ansatz von Martha Nussbaum und Amartya Sen richtet sie den Fokus auf die Beziehungen sowie Interdependenzen zwischen der Praxis der Kritik und gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen und lotet die Fähigkeit der Individuen wie Kollektive aus, Kritik zu äußern (Zimmermann 2006, 2008). In dieser Hinsicht geht sie über den Ansatz der pragmatischen Soziologie der Kritik im Sinne Luc Boltanskis, Laurent Thévenots und Ève Chiapellos hinaus.