Ausgabe 2013 – Wissenschaft am Scheideweg

Die gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft ist erheblich und vielgestaltig: Wissenschaft ist dem stetigem Ringen um Erkenntnis verpflichtet, soll durch technologische Innovation Wohlstand sichern, bildet junge Menschen aus und ist nicht zuletzt Gegenstand, Akteur und Argument in politischen Konflikten. diskurs möchte mit der vorliegenden Ausgabe einen Beitrag zur Qualität der Debatte über die Zukunft der Wissenschaft leisten. Um die Wissenschaft am Scheideweg auszuleuchten wurden drei Ansatzpunkte gewählt: Partei-Stellungnahmen, Debattenbeiträge zur unternehmerischen Universität und wissenschaftliche Beiträge zum Feld der Wissenschaftspolitik.

Patrick Meinhardt

Wissenschaftspolitik: Debattenbeitrag von Patrik Meinhardt, FDP Bundestagsfraktion

Die Exzellenzinitiative ist sehr erfolgreich. Sie nicht fortzuführen wäre für den Wissenschaftsstandort Deutschland geradezu fahrlässig. Unser Ziel ist es, Chancen für die Fortsetzung einer Exzellenzinitiative sicherzustellen, weil damit einer der wichtigsten Innovationsimpulse für den Wissenschaftsstandort Deutschland gesetzt worden ist.

Wissenschaftspolitik: Debattenbeitrag von Kai Gehring, Grüne Bundestagsfraktion

Dem deutschen Wissenschaftssystem ist die Balance zwischen der Drittmittelquote und dem Anteil der Grundfinanzierung verloren gegangen. Ein einfaches „Weiter so!“ kann es nicht geben. Wir brauchen eine Stärkung der Grundfinanzierung der Hochschulen und bessere Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Wissenschaftspolitik: Debattenbeitrag von Dr. Petra Sitte, Die Linke Bundestagsfraktion

Das deutsche Wissenschaftssystem erlebte in den vergangenen zehn Jahren eine rasante Umgestaltung – in seinen Organisations- und Finanzierungsstrukturen wie auch in seinen inneren Funktions- und Steuerungsmechanismen. Prinzipiell wohnt Wissenschaft immer ein intrinsisches Motiv des Wettbewerbs um Erkenntnis inne. Nun wurde durch die Wissenschaftspolitik ein Wettbewerb um die Finanzierung zum Leitmotiv erhoben. Die frei verfügbare Grundfinanzierung geht tendenziell zurück und wird zunehmend durch projektbezogen eingeworbene Drittmittel und leistungsbezogen finanzierte Mittelanteile ersetzt. Der Wettbewerb um diese Mittel dominiert heute die Finanzierungs- und Verwaltungsstrukturen von Hochschulen und Forschungsinstituten und überlagert intrinsische Motivation zum Teil.