Die neosoziale Regierung des Protests: Präventionismus, Aktivierung und das Ende der Kritik (Peter Ullrich)

Der Neoliberalismus, oder besser die „neosozialen“ (Lessenich 2008) gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen der sozialdemokratisch geprägte, fordistische Fürsorgestaat durch den präventiven Sicherheitsstaat abgelöst wurde, unterminieren eine wesentliche Voraussetzung sozialer Bewegungen – den Willen und die Fähigkeit, Sozialkritik an die Gesellschaft zu adressieren. Denn der Neosozialstaat ist auf die Produktion von Subjekte aus, deren individualisiertes Streben eher auf individualisierende Selbstoptimierung zielt, denn auf politische Kollektivität und Kritik.